Was kann man naturheilkundlich gegen Herpes-Viren tun (hier: Herpes simplex)
Sowohl die Windpocken, als auch die Gürtelrose, werden vom selben Virus, dem Varicella-Zoster-Virus, hervorgerufen. Dieser Virus gehört zur Gruppe der Herpes-Viren. Die Varicella-Zoster-Viren bleiben nach einer Windpocken-Erkrankung im Körper inaktiv und können bei einer geschwächten Immunlage reaktiviert werden. Dann entsteht die gefürchtete Gürtelrose.
Auch das Sekret der Windpocken kann die Viren übertragen. Deshalb ist es sehr wichtig, bei einer akuten Windpocken-Erkrankung auf besondere Hygienemaßnahmen zu achten und öffentliche Einrichtungen wie Kita´s, Kindergärten und Schulen möglichst zu meiden.
Symptome einer Windpocken-Infektion:
Inkubationszeit liegt zwischen acht bis achtundzwanzig Tage
Frühsymptome: leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen
Danach: klassischer Hautausschlag in Form von kleinen, runden, eiförmigen Rötungen
Schubweise Entstehung von Bläschen und Pusteln die mit Eiter gefüllt sind (alle drei bis vier Tage)
Meist ist zuerst der Rumpf befallen, danach Arme, Beine und Gesicht, bis der ganze Körper bedeckt ist
Abklingen der Pusteln nach ca. 10 Tagen
Komplikationen bei Windpocken-Infektionen
Eher selten
Am häufigsten sind Lungenentzündungen bei Erwachsenen zu finden
Bakterielle Infektionen aufgrund häufigen Kratzens (mit schmutzigen Fingernägeln)
Mögliche Narbenbildung aufgrund häufigen Kratzens
Im ersten und zweiten Trimenon der Schwangerschaft kann das fetale Varizellensyndrom entstehen (neurologische Erkrankungen und Fehlbildungen des Föten)
Neonatale Windpocken bei Erkrankungen zwischen dem 5. und 10 Lebenstag, diese können schwere Verläufe bis hin zum Tod mit sich bringen
Schulmedizinische Behandlung von Windpocken:
Gegen den Juckreiz werden gelegentlich Antihistaminika und das Virustatikum Aciclovir (Medikament zur Behandlung von Herpes-Viren) verwendet
Fiebersenkende Medikamente
Zinksalben zur Juckreizlinderung
Nicht gegeben werden sollten fiebersenkende Medikamente, welche Acetylsalicylsäure enthalten, da dies bei Kindern die Entstehung des sehr gefährlichen Rye-Syndroms begünstigen kann
Naturheilkundliche Behandlung von Windpocken:
Urtinktur der Melisse kann als pflanzliches Virostatika die Virenvermehrung hemmen. Die Anwendung erfolgt sowohl innerlich als auch äußerlich
Unterstützend kann die Haut bei den abheilenden Pusteln mit Stiefmütterchen-Urtinktur betupft werden
Homöopathische Behandlung bei Windpocken:
Im Frühstadium: Belladona
Im Bläschenstadium: Rhus toxicodendron
Im Krustenstadium: Antimonium crudum
Was ist Herpes Zoster – (Gürtelrose) und wie kann man sich anstecken
Der Herpes Zoster ist keine äußere Neuinfektion, sondern eine Reaktivierung einer früheren Varizella Zoster-Erkrankung
Kann auch bei Personen auftreten, welche eine Impfung mit einem Lebendimpfstoff gegen die Varizellen erhalten haben, der Verlauf ist klinisch milder
Meist bei immungeschwächten Patienten
Der Ausschlag der Gürtelrose ist schmerzhaft und betrifft im Gegensatz zur Windpocken-Erkrankung nicht am gesamten Körper, sondern an einzelnen Hautsegmenten
Der Schmerz ist brennend, bohrend und tritt vor allem am Rumpf, Hals oder Schulterbereich auf
Kinder und junge Patienten haben meist kaum Schmerzen
Einige Tage nach den Hautsegmentschmerzen erscheint an dieser Stelle ein Ausschlag, dieser tritt meist bandförmig auf einer Körperseite auf
Die Bläschen sind mit Flüssigkeit gefüllt und heilen nach zwei bis vier Wochen ab
Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist komplikationslos
Komplikationen bei Herpes Zoster:
Bei Befall des Nervus Trigeminus kann es zum Zoster ophthalmicus kommen
Außerdem können ein Zoster oticus und ein Zoster maxillaris, sowie der Zoster genitalis aufretten
Erwachsene können eine akute Neuritis entwickeln, welche eine postherpetische Neuralgie nach sich ziehen kann
Schulmedizinische Behandlung bei Herpes Zoster:
Gegen den Juckreiz werden Antihistaminika und das Virustatikum Aciclovir (Medikament zur Behandlung von Herpes-Viren) verwendet
Zinksalben zur Juckreizlinderung und Anwendung von Lokalanästhetika auf den betroffenen Hautstellen
Naturheilkundliche Therapie bei Herpes Zoster:
Tinkturen aus Melissen- und Cistus-Tee haben eine virenhemmende Wirkung und können somit helfen den Ausschlag zu lindern
Weitere Heilpflanzen, welche bei der Austrockung des Ausschlags helfen können sind:
Ringelblume
Salbei
Zaubernuss
Behandlung von Herpes Zoster mit Schüssler-Salze:
5 – Kalium Phosphoricum, ist sehr wichtig für die Regneration der Nervenzellen
7 – Magnesium Phosphoricum, bei Nervenschmerzen, auch als heiße 7 angewandt (10 Tabletten in warmen Wasser auflösen und schluckweise trinken)
8 – Natrium Chloratum, bei Bläschenbildung auf die betroffene Stellen streichen, auch als Schüssler-Salbe möglich
10 – Natrium Sulfurcium, diese Salz hat eine entzündungshemmende und ausleitende Funktion
21 Zincum Chloratum, zur Stärktung des Immunsystems und Stabilisierung der Nerven
Herpes Zoster-Behandlung mit chinesischer Kräutertherapie (TCM):
In der Traditionellen Chinesischen Medizin sieht man den Herpes Zoster als ein Überschuss von Hitze und Feuchtigkeit an. Deshalb werden hier Kräuter verwendet, welche die feuchte Hitze aus dem Organismus ausleiten.
Auch der Ort des Ausschlags gibt dem erfahrenen Therapeuten vor, welches Kraut bei dem einzelnen Patienten das passende ist.
Chinesische Kräuter bei Windpocken und Herpes Zoster:
Menthae Herba – Bo he
Cicade Periostracum – Chan tui
Puerariae Lobatae Radix – Ge gen
Schizonepetae Herba – Jing jie
Arctii Fructus – Niu bang zi
Pinelliae Rhizoma – Fa ban xia
Glycyrrizhae Radix – Gan cao
Allgemeine Tipps:
Koffein, Zigaretten und Alkohol sollten während der Erkrankungsphase gemieden werden (auch passiv Rauchen ist für Kinder sehr belastend)
Viel Bewegung an der frischen Luft
Trinken Sie ausreichend und ernähren Sie sich ausgewogen
Gönnen Sie sich und Ihrem Kind Ruhe
Vitamin C kann das Immunsystem positiv unterstützen
Hinweis:
Alle alternativen Heilverfahren können bei Windpocken, wie auch bei Herpes Zoster unterstützend angewandt werden. Jedoch sollten diese immer in Kombination mit einer schulmedizinischen Therapie erfolgen, da die Gefahr von gefährlichen Komplikationen sehr hoch sein kann.
Weitere Informationen zum Thema Herpes Zoster und Windpocken-Erkrankungen finden Sie hier:
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