Therapeuten schreiben für Patienten
Aus naturheilkundlicher Sicht zählt das Schröpfen zu den ausleitenden Verfahren, bei dem das Ziel ist, schädliche und krank machende Stoffe aus dem Körper zu entfernen. Das Schröpfen verbessert die Durchblutung und regt den Lymphfluss der betroffenen Region an. Es können Verspannungen und Verhärtungen gelöst und Schmerzen gelindert werden. Auch korrespondierende Reflexzonen stehen mit inneren Organen in Verbindung. Schröpfen hat eine immunsystemsteigernde Wirkung und gleicht das Nervensystem aus. Bei konstitutioneller Schwäche wirkt es kräftigend und anregend.
Diese Therapieform wird bei Fülle-Zuständen verwendet, um durch das Bluten lassen den Fülle-Stau zu beseitigen. Dazu wird vor dem Aufsetzen des Schröpfkopfes mit einer kleinen Lanzette die Haut oberflächlich angeritzt und das Schröpfglas aufgesetzt. Durch den Unterdruck des Glases wird Blut und Gewebsflüssigkeit in das Glas gesaugt. Das Schröpfen dauert zwischen 10-20 Minuten, dann werden die Glässer wieder entfernt. Der Körper bildet ein Hämatom, welches in ein paar Tagen vom Körper abgebaut wird. Die Blutmenge variiert zwischen 10 ml und 100 ml.
Dies wird bei der sogenannten Leere des Körpers angewendet. Meist sind sulzige, blasse Verhärtungen wahrzunehmen. Der Unterschied zum blutigen Schröpfen ist, dass beim trockenen Schröpfen die Haut nicht angeritzt wird. Durch den Unterdruck des Glases kommt es zu einer verstärkten Durchblutung des Gewebes, dadurch wird der Stoffwechsel aktiviert und gekräftigt. Die Gläser werden nach 10-15 Minuten entfernt. Auch hier bildet sich ein Hämatom, welches nach ein paar Tagen vom Körper abgebaut wird.
Sie ist eine Abwandlung des trockenen Schröpfens. Hier wird die Haut mit Öl eingerieben, um dann mit Hilfe der angesetzten Schröpfgläser massiert. Eine Schröpfkopfmassage kann Verspannung lösen und die Muskulatur lockern. Außerdem wird sie vorbereitend für andere naturheilkundliche Therapien eingesetzt.
Die chinesische Art des Schröpfens wird mittels eines Schabers, meist aus Büffelhorn, vorgenommen. Hierzu wird die Haut wie bei der Schröpfkopfmassage mit Öl eingerieben, um dann mit dem Schaber entlang der Meridiane, die Pathogene hervor zu holen. Das Schröpfen erfolgt solange bis an der jeweiligen Stelle rote, oder auch blaue Petechien (kleine Einblutungen) hervortreten, dann wird die nächste Stelle geschabt.
Wann wird das Schröpfen angewandt?
Wann sollte nicht geschröpft werden?
Ob das Schröpfen eine sinnvolle und richtige Behandlungsmethode darstellt, sollte vorab mit einem Arzt oder Heilpraktiker besprochen werden.
Bei folgenden Erkrankungen oder Lebenssituationen sollte nicht geschröpft werden:
S. Rudrich 09-14